Wir haben, soweit es uns möglich war, Khan's Lebensweg nachrecherchiert.
Dies war nicht einfach, jedoch konnten wir mit Hilfe einiger Tierfreunde, etwas Glück und
Beharrlichkeit seinen Lebenslauf fast lückenlos rekonstruieren.





Khan wurde demnach 1996 geboren.
In seiner Nachbarschaft lebte ein junges Ehepaar.
Diese Leute verliebten sich sofort in den süßen und freundlichen, verspielten Welpen Khan,
der ausserdem ein wunderschöner, gestromter Hund war.
Ein Bild von Hund und so lieb!


Zwei Monate, nachdem dieses Ehepaar sich Khan in's Haus geholt hatte, liessen sich diese
Leute scheiden!
Weder die Frau noch der Mann wollten Khan behalten!
Man machte sich die Sache ganz einfach und gab Khan in einem Tierheim ab.

Pechfall Nummer 1!

Der kleine Hund war gerade eben viereinhalb Monate alt und für ihn brach eine Welt zusammen!

Seine Menschen waren weg, die er so liebte und niemand schmuste mehr mit ihm.
Er weinte und jammerte in seiner Box im Tierheim, doch seine Menschen kamen nicht zurück!
Vor lauter Frust, Verzweiflung  und Kummer nagte Khan an Steinen, am Gitter und zerlegte
seine Hütte und sein Liegebrett immer wieder. Dafür wurde er mit Schlägen bestraft.

Nach Monaten voller Seelenqualen kam eines Tages im Frühjahr 1997 eine junge Frau, die sich
sofort in Khan verliebte.
Sie nahm ihn mit nach Hause.
Nun hatte Khan ein schönes Leben, doch das war leider nicht von langer Dauer.

Die junge Frau arbeitete bei einer grossen Firma und wurde Ende 1998 in die Münchner
Zentrale versetzt.
Es war ihr leider absolut nicht möglich, Khan mitzunehmen.
Alle Bemühungen der jungen Frau, Khan im Bekanntenkreis unterzubringen, schlugen fehl.
So musste sie ihn schweren Herzens wieder ins Tierheim bringen.

Pechfall Nummer 2

Khan war wieder völlig unglücklich und zerknabberte wieder alles, was nicht aus  Metall war.
Aber er nagte auch an Gitterstäben und seinen Näpfen herum. Seine Zähne litten darunter
sehr.
Er vermisste die Liebe seines Frauchens ganz extrem!
 

Nach einigen Monaten standen plötzlich Männer vor seinem Gitter, die Khan mitnehmen wollten.
Khan war glücklich, als er aus seiner Box geholt wurde und man ihm eine Leine anlegte!
Er freute sich darauf, Gassi gehen zu können - so wie mit seinem Frauchen!

Die Männer schmusten aber gar nicht mit ihm und behandelten ihn auch ziemlich schroff.
Es waren Leute, die in einer anderen Sprache redeten und die versuchten, ihn auf andere
Tiere zu hetzen!.
Sie wollten ihn für Hundekämpfe fit machen!
Doch Khan liess sich nicht auf Katzen oder andere Hunde scharf machen.
Er wollte mit den anderen Tieren spielen und so merkten diese Männer schnell, das dieser
Hund nie ein guter Kampfhund werden würde.
Khan war viel zu lieb und nicht geeignet.

Man würde mit ihm nie einen Sieger am Strick haben!


In einer Kneipe verkaufte ihn deshalb einer der Ausländer für 50,- DM an einen
alleinstehenden und trunksüchtigen Rentner, der hier Stammgast war.

Hatte er getrunken, trat und schlug er Khan, der gar nicht wusste, wofür er misshandelt
wurde!
Khan versuchte immer wieder, von seinem neuen Herrchen Liebe zu bekommen, doch der
behandelte ihn abweisend und lieblos.
Trotzdem blieb Khan freundlich und lieb und war dankbar, einen Menschen bei sich zu haben.

Im November 2000 schlief dieser Rentner betrunken mit einer Zigarette zuhause auf der Couch
ein.

Kurz darauf stand die Couch und auch schon die Tischdecke in Flammen, der Rentner war in
seinem Rausch mit Rauchvergiftung bewusstlos.
Die Wohnung lag im Parterre.

Nun rettete Khan drei Familien in diesem Haus das Leben!

Er bellte derart laut und anhaltend, dass ein Nachbar sich beschweren wollte.
Gerade noch rechtzeitig wurde dadurch der Wohnungsbrand bemerkt!
Einige Minuten später hätte die Wohnung in hellen Flammen gestanden und der Brand sich
vermutlich auf die oberen Stockwerke ausgedehnt.

Der Rentner wurde gerettet, der Wohnungsbrand noch rechtzeitig gelöscht!
Keine der geretteten Familien wollte Khan übernehmen oder sich um ihn kümmern!
Khan landete wieder im Tierheim!
Das war der Dank für die Lebensrettung!

Pechfall Nummer 3!

Nach einigen Monaten holte eine andere junge Frau Khan aus dem Tierheim, bekam aber wegen
der damals schon sehr heftigen Kampfhundhetze sofort die Kündigung!

Alle Nachbarn waren gegen “diesen Kampfhund im Haus”!
Er musste sofort wieder weg!

Pechfall Nummer 4!

Eine Tierschützerin erfuhr davon und brachte Khan in eine Tierpension nach Gelsenkirchen.
Hier lebte er ein fast ein ganzes Jahr in einem Zwinger mit sehr wenig menschlichem Kontakt
und begann, sich aufzugeben!

Die Arche 90 e. V. Dortmund erfuhr durch Zufall davon und holte Khan in eine ihrer Pflegestellen.
Das war endlich einmal etwas Glück für Khan!

Zwar musste er sich Liebe und Zuwendung mit anderen Hunden und Katzen teilen, aber das tat
er gern und vertrug sich mit allen Tieren ganz wunderbar!
Er hatte wieder Zuwendung und Liebe und konnte mit anderen Tieren spielen und sich freuen.

Nach fast vier Jahren unbeschwerten Lebens wurde dieser liebe Junge sehr schwer krank!


Im Frühjahr 2005 frass Khan manchmal kaum und hatte wenig Appetit.
Er wurde mehrfach einem Tierarzt vorgestellt, doch der fand keine Ursache.
Eine Blutauswertung brachte angeblich keinerlei alarmierende Werte.


Nachdem im September 2005 Khan kaum noch frass und oft erbrach, wurde dieser  Tierarzt
wieder konsultiert.
Die Blutwerte ergaben angeblich wieder keinen Anhaltspunkt, so dass dieser Tierarzt einen Tumor vermutete,
aber das auch nicht genauer spezifizieren wollte.

Nun riss mir endlich der Geduldsfaden und ich liess mir alle Untersuchungsergebisse
aushändigen.
Dann fuhr ich mit meinem Khan in eine Tierklinik nach Recklinghausen.
Innerhalb von 20 Minuten hatte man hier mittels Blut - und Urinauswertung die vernichtende
Diagnose gefunden..!

Kaum noch arbeitende Nieren!
Keine Heilungsaussichten mehr!

Khan hatte nur noch kurze Zeit und konnte sein Leben nicht mehr lange geniessen!
Aber diese Zeit wollten wir ihm noch beschwerdefrei und so schön als möglich  gestalten!




Persönliche Anmerkung:

Ich selbst bin die Pflegestelle, in der Khan die letzten knapp 4 Jahre glücklich war!

Khan wurde in dieser Zeit mein bester Freund, der Freund aller Pflegetiere und ich kann mir
ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen!
Ich bin sehr deprimiert und betroffen!

Wenn ich ihm doch nur hätte helfen können, noch eine lange Zeit mit mir zu leben...
Ich hätte alles darum gegeben!
Auch sein Patenfrauchen Claudia hätte alles dafür gegeben, sein Leben zu retten!
Doch es gab keine Rettung mehr!


Es sollte nur noch eine kurze Zeit sein, die Khan vergönnt war...

In dieser leider sehr kurzen Zeit erlebte Khan viel Freude und  Glücksgefühle bei Claudia, seinem Patenfrauchen!

 Lesen Sie bitte hier...



Noch heute, über drei Jahre nach Khan's Tod, macht mich diese Machtlosigkeit der Krankheit
gegenüber, diese Unfahigkeit, sein Leben zu erhalten, noch fast wahnsinnig und raubt mir oft
den Schlaf, wenn ich an diesen Traumhund, dieses unglaublich liebevolle Wesen denke, so wie
jetzt wieder besonders intensiv an seinem 3. Todestag am 9. November 2008!

Khan's Geschichte wird fortgesetzt mit seiner schönen Zeit bei seinem Freund Manfred und den Hunden und Katzen dort.

 

Manfred Götze, Hagen

mgoetzehagen@gmx.de



 

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